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Strategieworkshop

Wie Strategieentwicklung in die Umsetzung kommt

Ein Strategieworkshop ist dann erfolgreich, wenn aus einer gemeinsamen Richtung konkrete Entscheidungen, Verantwortung und wirksame Umsetzung entstehen.

Gute Ideen gibt es fast immer. Ziele werden formuliert, Strategien entwickelt und Maßnahmen geplant. Trotzdem entsteht häufig eine entscheidende Herausforderung:

Wie gelingt der Schritt von der Strategie in die Umsetzung?

Denn eine Strategie entfaltet ihren Wert nicht durch ein umfangreiches Konzept oder einen perfekten Maßnahmenplan. Sie wird wirksam, wenn Menschen Orientierung haben, Verantwortung übernehmen und gemeinsam ins Handeln kommen.

Genau diese Frage stand im Mittelpunkt eines internationalen Strategieworkshops, den ich in den vergangenen Tagen konzipiert und moderiert habe:

68 Menschen aus 27 internationalen Standorten arbeiteten gemeinsam an ihrer strategischen Ausrichtung. Ziel war dabei nicht nur, die gemeinsame Richtung transparent zu machen, sondern die Voraussetzungen zu schaffen, damit daraus konkrete Entscheidungen, Verantwortungsübernahme und wirksame Umsetzung entstehen. Vorstand und die jeweilige Geschäftsleitung aller Standorte waren als Teilnehmende mit in den Teams, dadurch entstand vor Ort direkter Dialog und Entscheidungsfähigkeit.

Strategie Joedecke

Organisationen wissen sehr gut selbst, was sie brauchen

Ein Grundgedanke prägt meine Arbeit seit vielen Jahren: „Organisationen wissen sehr gut selbst, was sie brauchen.“

Deshalb verstehe ich Organisationsberatung nicht als das Liefern fertiger Antworten von außen. Die eigentliche Beratungsleistung besteht darin, einen Rahmen zu gestalten, in dem eine Organisation ihre eigenen Antworten entwickeln, bewerten und verbindlich in die Umsetzung bringen kann. In dem Menschen an ihren Themen arbeiten können, dürfen und wollen.

Denn das Wissen, die Erfahrung und die Ideen sind häufig bereits vorhanden.

Die entscheidende Frage lautet deshalb:

Wie gelingt es, die richtigen Themen mit den richtigen Menschen zusammenzubringen, freiwilliges Engagement zu fördern und die vorhandenen Ideen mit den strategischen Rahmenbedingungen zu einem gemeinsamen Ergebnis zu verbinden?

Genau darauf war das Workshopdesign ausgerichtet:

Ein Workshopdesign, das Verantwortung fördert

Bereits im Vorfeld wurde das Design intensiv und skeptisch diskutiert. Die Gestaltung war bewusst anders als viele klassische Strategieworkshops. Kein Abspulen vollgepackter Powerpoints, kein Abladen und „jetzt macht Ihr“, das sorgte im Vorfeld für Irritation:

27 Standorte stellten sich gegenseitig vor und teilten ihre unterschiedlichen Perspektiven. Eine gemeinsame Retrospektive half dabei, die bisherige Qualität der Zusammenarbeit zu reflektieren. Erfolgsgeschichten aus Australien, Asien und Deutschland eröffneten neue Blickwinkel und zeigten vorhandene Stärken auf. Mit der Botschaft „Wir können das!“

Am dritten Tag arbeiteten die Teilnehmenden im Open Space an ihren Ideen und Handlungsfeldern, wie sie mit ihren Mitteln in die Umsetzung kommen.

Dabei entstand kein vorgegebener Maßnahmenkatalog. Die Gruppe identifizierte selbst die relevanten Themen, vernetzte die passenden Menschen und entwickelte konkrete nächste Schritte.

Das Ziel war nicht maximale Diskussion. Das Ziel war Entscheidungsfähigkeit auf Handlungsebene.

Fokus entsteht durch klare Rahmenbedingungen

Einige Elemente des Workshops wurden zunächst kritisch gesehen:

  • Timeboxing
  • Zwei-Minuten-Pitches
  • Der bewusste Verzicht auf PowerPoint

Gerade diese Punkte gehörten am Ende zu den häufigsten positiven Rückmeldungen. Warum?

Weil sie Fokus geschaffen haben.

Ein kurzer Pitch zwingt dazu, die wesentliche Aussage herauszuarbeiten. Eine begrenzte Zeit hilft, Diskussionen auf den Punkt zu bringen. Der Verzicht auf Präsentationen fördert den direkten Dialog. Weniger Abladen, mehr Abgleichen von Spannungen und vermeintlichen oder tatsächlichen Widersprüchen.

Im Check-out wurden genau diese Aspekte mehrfach genannt – zur Überraschung der Auftraggeber:

„Die zwei Minuten haben uns fokussiert“

„Ohne PowerPoint haben wir besser zugehört“

„Wir waren entscheidungsfähig“

„The answer is in the room“

Die täglichen Check-outs machten sichtbar, wie sich die Wahrnehmung der Teilnehmenden über die drei Tage entwickelte.

Besonders häufig wurden Begriffe genannt wie:

  • Commitment
  • Open Communication
  • Listening
  • Team Spirit
  • Networking
  • Collective Focus
  • Respect
  • Synergy

Einige Rückmeldungen bringen den Kern sehr gut auf den Punkt:

„Knowledge is already in the group“

„We can do it ourselves“

„Together we are stronger“

Gerade in internationalen Organisationen entstehen Herausforderungen oft nicht, weil Menschen unterschiedliche Ziele verfolgen. Sie entstehen, weil Perspektiven nicht zusammengeführt oder erst im Nachgang, anhand eines langen Protokolls per Mail oder über Distanz und bilateral abgeglichen werden.

Der direkte Dialog schafft Verständnis. Und Verständnis schafft Handlungsfähigkeit.

Organisationsdesign statt Instruktion

Ein weiterer zentraler Punkt meiner Arbeit ist die Überzeugung, dass Menschen sich nicht konstruktiv instruieren lassen, sie entscheiden immer selbst [Fritz B. Simon], die sogenannte „Steuerungsillusion“.

Der Neurobiologe Gerald Hüther beschreibt diesen Zusammenhang sehr treffend:

„Disziplin erhält man durch Selbstorganisation und Eigenverantwortung. Durch Disziplinierung bekommt man nur Gehorsam.“

Auch aus systemischer Sicht ist klar: Menschen handeln innerhalb ihrer eigenen Wahrnehmung und treffen Entscheidungen auf Basis ihrer eigenen Logik und im besten Sinne nach dem Wissen, dass sie haben. Es geht also darum, Wissen zu teilen und Abweichungen im Dialog effizient zu erkennen und zu bearbeiten.

Deshalb geht es bei wirksamer Organisationsentwicklung nicht darum, Menschen stärker zu kontrollieren und einen perfekteren Steuerungsprozess zu entwickeln. Es geht darum, Bedingungen zu schaffen, unter denen Verantwortung möglich wird.

Wenn Menschen unternehmerisch denken und handeln sollen, brauchen sie einen Rahmen, in dem genau das möglich ist. Wer möchte, dass Menschen unternehmerisch denken, der muss sie entscheidungsfähig machen: Nicht nur Expertenwissen muss geteilt werden, auch Managementwissen, damit Menschen Verantwortung übernehmen.

Dazu gehören:

  • eine klare strategische Richtung
  • Wissen über Grenzen und Ressourcen
  • gemeinsame Prioritäten
  • Transparenz über Entscheidungen
  • Vertrauen in die Kompetenz der Organisation

Wenn Design Verantwortung ermöglicht

Vor dem Workshop hörte ich einen Satz, der mir im Gedächtnis geblieben ist:

„Wir haben noch nie einen Workshop wie geplant beendet.“

Am Ende des dritten Tages waren wir exakt zur vereinbarten Zeit fertig. Nicht, weil weniger diskutiert wurde oder Themen hektisch oder mit Lippenbekentnissen abgenickt wurden. Sondern weil das Design konsequent auf Fokus, Beteiligung und Entscheidungen ausgerichtet war.

Für mich war das weniger eine Frage guter Moderation. Es ist das eine Bestätigung dafür, dass ein passendes Organisationsdesign Menschen befähigt, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Mehr dazu in meinem Blogbeitrag Organisationsdesign.

Genau darin liegt für mich der Wert von Strategieentwicklung: Nicht nur eine Richtung zu formulieren. Sondern eine Organisation in die Lage zu versetzen, diese Richtung selbst wirksam umzusetzen.

Rückmeldung des Auftraggebers

Über das Feedback des Auftraggebers habe ich mich besonders gefreut:

„Alexander hat uns im Bereich Projektmanagement und Strategieentwicklung kompetent begleitet. Seine strukturierte Herangehensweise, die klaren Impulse und die praxisnahen Lösungen haben unsere Zusammenarbeit deutlich vorangebracht. Vielen Dank für die professionelle Unterstützung – absolut empfehlenswert.“

Stefan Barth, CTO, EBRO Armaturen

Fazit

Eine Strategie sollte nicht im nächsten großen Plan enden.

Sie sollte Orientierung geben, konkrete nächste Schritte ermöglichen und Menschen zusammenbringen, die bereit sind, diese Schritte gemeinsam zu gehen.

Denn am Ende entscheidet nicht die Qualität des Dokuments über den Erfolg einer Strategie. Entscheidend ist, ob eine Organisation ins Handeln kommt. Oder, um ein Bild aus dem Maschinenbau zu verwenden: Entscheidend ist, die PS auf die Straße zu bringen!

Sie möchten einen Strategieworkshop gestalten, der nicht mit einer Präsentation endet, sondern mit Entscheidungen und konkreten nächsten Schritten?  Dann buchen Sie einen Termin für ein unverbindliches Gespräch und gemeinsam schauen wir, wie eine zukünftige Zusammenarbeit aussehen kann.

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